Laos, Stagiaire (MAZ/DEZA)

In der Provinz

Vor bald eineinhalb Monaten war ich zum ersten Mal ausserhalb der Stadt. Mit dem Roten Kreuz durfte ich eine Woche mitfahren und besuchte Spitäler, Gesundheitszentren in Dörfern und Gesundheitsdepartemente, embedded journalism,quasi. Die Idee war, einen Eindruck von den so genannten “Health Equity Funds” zu kriegen und so führte mich Mr Virasak und seinem Team durch die Provinzen Sékong und Salavan. Um hier nicht technischer zu werden sei auf  den Text in der “Vientiane Times” verwiesen, der ist es bereits genug: “The challenge of providing health services to the poor“. Alle involvierten Parteien waren sehr besorgt, dass auch ja alles richtig steht und niemand schlecht wegkommt. Das hat dem Text einiges von seinem ursprünglichen Schwung genommen.

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Am ersten Tag stoppten wir bei einem riesigen Buddha in Paksé, der Chef holte sich eine Portion Glück für seinen Heimflug nach Vientiane und wir für unsere Pickup-Tour. Dann ging der Trip im A/C-klimatisierten Toyota Hilux Vigo in Richtung Sékong. Das ist eine andere Welt dort draussen. Das dörfliche Vientiane ist im Gegensatz zur provincial capital von Sekong, Muang Lamam, eine Grosstadt. Keine Strassennamen, kein Haus ist höher als zwei Stockwerke, einige wenige Restaurants. Mr Virasak, aus Savannakhét, jammerte ausgiebig über das harte Leben hier auf seinem Aussenposten.

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Der Zeitvertrieb: Pétanque! Ein französisch-schweizerisches Paar arbeitet hier seit zwei Jahren an einem Tuberkulose-Projekt. In der Trockenzeit fahren sie in die Dörfer, in der Regenzeit bleiben sie in Lamam. Die Dreckstrassen sind bei Regen unbefahrbar. Neben ihrem schmucken Häuschen haben sie eine Pétanque-Bahn bauen lassen. Natürlich hat mein Team übel aufs Dach bekommen.

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Weiter nach Salavan. Rote Dreckstrassen. Dschungel. Das Klima ändert sich dauernd: kalt, heiss, windig, still. Hauptsächlich ethnische Minoritäten leben hier. Sie verstehen häufig gar kein Lao. Mr Virasak führt Gespräche über Abrechnungsmodalitäten, Formulare und die Leistungen der HEFs. Ich schlafe zwischendurch auf dem Beifahrersitz neben Son, unserem Fahrer. Die Strasse durch den Distrikt Taoy ist brandneu. Man kann sich bildlich vorstellen, wie die Dorfbewohner früher die 50 Kilometer in der sengenden Sonne zu Fuss gegangen sind.

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Wer denkt, nach Besuchen in Luang Prabang, Vientiane und im Süden habe man Laos gesehen, vergisst, dass 85 Prozent der Bevölkerung auf dem Land und von Reis- und Subsistenzwirtschaft leben. Die Kluft zwischen den jahrhundertealten Dörfern und dem modernen Vientiane ist riesig. Interessant ist darum, welche zwei Güter immer sofort erscheinen, kaum wird ein Gebiet erschlossen: Handys und Beerlao.

Aus dem MAZ-Tagebuch.

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